Ultima Raka 2002

So als sei es gestern gewesen, fällt es uns nach wie vor verdammt schwer, die passenden Worte für einen harten Schicksalsschlag zu finden, der uns vor 17 Tagen ereilte.

Am Tag unseres Saison-Heimauftakts gegen Chemie Leipzig, für Einige von uns erst kurz vor Anpfiff, machte eine traurige Nachricht die Runde, welche alles Andere als unwichtig erscheinen ließ. Schon zuvor hatte der Bericht über einen verstorbenen Probespieler des VfB Krieschow für Betroffenheit gesorgt. Die bittere Tatsache, dass es sich hierbei um unseren Philipp handelt, lässt uns alle fassungslos zurück. Eines unserer aktivsten Mitglieder wurde ohne Vorzeichen, ganz plötzlich, aus unserer Mitte gerissen. Erst „gestern“ standen wir noch gemeinsam in Neustrelitz und feierten einen gelungenen Saison-Auftakt. Trotz seiner gerade einmal 21 Jahre haben wir schon vieles zusammen erlebt, sind gemeinsam durch die schwierigsten Zeiten gegangen. Jetzt bleibt sein Platz für immer leer.

Heute nun hieß es Abschied zu nehmen. Zusammen als Gruppe traten wir den schweren Weg an. Sich gegenseitig Halt zu geben, darauf kommt es nun an. So möchten wir auch an dieser Stelle nochmals allen Angehörigen, Freunden und Bekannten unser aufrichtiges Beileid ausdrücken und viel Kraft in dieser schwierigen Zeit wünschen.

Auch wenn du nicht mehr neben uns stehst, Philipp, so wirst du doch immer bei uns sein. Es wäre dein Wunsch gewesen, dass unsere Mannschaft bestmöglich unterstützt wird. Auch wenn es gerade sehr schwer fällt, werden wir das Beste daraus machen. Der gelungene Saisonauftakt mit zahlreichen Toren sowie der aufopferungsvolle Pokal-Fight gegen den VfB Stuttgart seien dir gewidmet. Ruhe in Frieden!

Ein Los, welches selten so passend war wie dieses, bescherte uns mal wieder eines dieser Spiele, welches nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Galten die Erinnerungen im Vorfeld dieser Partie natürlich der glorreichen Vergangenheit mit unserem sensationellen Ausflug ins Pokal-Finale vor 20 Jahren, sorgte dieser Abend für ein weiteres Kapitel denkwürdiger Partien der jüngeren Vereinsgeschichte.

Neben dem Blick zurück erkannte der Lausitzer auch den großen aktuellen Wert dieses Spiels und so war ziemlich schnell klar, dass unser Stadion der Freundschaft endlich mal wieder annährend voll werden würde. Diese Kulisse wollten wir unbedingt nutzen um das erste Mal in der Cottbuser Vergangenheit eine Choreo über 3 Tribünen aufzuziehen.

Dazu wurden auf den Sitztribünen rote und weiße Pappen verteilt. Diese bildeten Doppelpfeile, die in Richtung Nordtribüne zeigten und dort sollte dann auch das Hauptaugenmerk liegen. So wurde über die gesamte Länge der Nord eine Blockfahne mit dem Schriftzug „Fußballclub aus Cottbus“ sowie dem angedeuteten Vereinsemblem und Stadtwappen aufgezogen. Zusätzlich wurde diese von roten und weißen Tifo-Fähnchen umrahmt. Nach vollständiger Ausbreitung der Blockfahne auf der Nordtribüne stand dazu auf dem Abhang der Osttribüne: „Unser ganzes Leben lang“. Ein Motto, dessen Intention wir sicher nicht erläutern müssen. An dieser Stelle kommen wir leider nicht umhin, uns eine mangelhafte Durchführung einzugestehen. Denn während die Blockfahne auf der Nordtribüne am Zaun vom H- zum G-Block eine kleine Verschnaufpause einlegte, wurden leider auch schon sämtliche Pappen und Fähnchen herunter genommen, sodass hier das endgültig angestrebte Bild über die drei Tribünen nicht wirklich entstehen konnte. Auch wenn die Fotos zum Teil eine gelungene Aktion zeigen, so wollten und konnten wir mit der Ausführung nicht wirklich zufrieden sein.

Doch viel Zeit zum Ärgern blieb uns nicht. Denn kaum waren die letzten von uns wieder im Block, so lag man sich bereits in den Armen und bejubelte das 1:0. Und damit nicht genug, spielte Energie fortan weiter mit großem Kampf, hohem Druck und einer extremen Cleverness, sodass unsere Rot-Weißen sogar auf 2:0 erhöhen konnten. Doch kaum hatte die Halbzeitpause nur für einen kurzen Moment den Schwung heraus genommen, schon stand es 2:1. Aber Energie spielte weiter und dominierte zu großen Teilen das gesamte Spiel. Dass wir uns trotzdem nicht belohnten, sondern uns selbst ein dummes Eigentor reinhauten und dann beim Elfmeterschießen unglücklich wegrutschten, passt dann einfach zur jüngeren Vergangenheit von Energie.

Dem Stadion der Freundschaft war das jedoch an diesem Abend fast egal. So sang man fröhlich und feierte fast siegestrunken das gesamte Spiel hinweg – Gänsehautmomente inklusive! All das sollte uns nun zusätzlichen Schwung verleihen, davon kaufen können wir uns jedoch nichts. Vielleicht hilft es uns aber dabei, den einen oder anderen verlorenen Fan der letzten Jahre wieder auf unseren Weg mitzunehmen, um dann alle gemeinsam unseren großen Traum vom Profifußball wieder wahrzumachen. Keep on running!

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Nach mehr als 9 Wochen Sommerpause war es endlich soweit – die Stadiontore des Neustrelitzer Parkstadions öffneten sich, um den ersten Auftritt einer hoffentlich erfolgsgekrönten Saison unserer Energie-Elf präsentieren zu dürfen. Mehrheitlich mit dem Zug hatten wir den Weg auf uns genommen und das Stadion nach dem bekannten, knapp halbstündigen Fußmarsch beizeiten erreicht. Unbekannt war uns in dieser Form indes der doch recht unfreundliche Empfang am Stadioneingang. Schon lange erlebten wir nicht mehr so ein „Gezeter“ bezüglich unserer Teleskopstangen. Selbst eine offen einsehbare Trommel rief Misstrauen hervor. Man kann es auch übertreiben. Letzten Endes fanden dann doch alle unsere Materialien den Weg hinein und wir konnten gespannt  dem Anpfiff herbeisehnen. Erfreulich, wie gut sich der Gästeblock bis zum Spielbeginn dann doch noch gefüllt hatte. Schätzungsweise dürften es 500 Energie-Fans gewesen sein, die sich auch von teils brütender Hitze nicht abhalten ließen und einen soliden Auftritt an den Tag legten. Teilweise, als es im Gästeblock mal so richtig schepperte, wurde aus „solide“ gar „richtig gut“.

Ein durchaus zufriedenstellendes Prädikat können wir mit Fug und Recht auch unseren Kickern auf dem Rasen vergeben. Es ist wohl nicht zu unterschätzen, von Saisonbeginn an in die Favoritenrolle geschoben zu werden und zum Auftakt auch noch ein vermeintliches „Leichtgewicht“ wie Neustrelitz serviert zu bekommen. Die Erwartungshaltung ist da naturgemäß hoch. Nach kurzer Anlaufschwierigkeit wurde diese Aufgabe jedoch von unseren Jungs bravourös gemeistert. Nachdem sich die Hausherren bereits nach 25 Minuten mittels roter Karte selbst schwächten, avancierte Viterittis souverän verwandelter Elfmeter zum Dosenöffner. In Hälfte 2 folgten neben 3 schön herausgespielten Toren noch zahlreiche weitere Chancen. Das machte einfach Spaß zuzugucken und war für die Stimmung natürlich förderlich. Klasse und weiter so. Die „Spitzenreiter“-Sprechchöre untermalten schließlich eine schöne Momentaufnahme, die auch der unmittelbar mit dem Abpfiff einsetzende Platzregen vom Allerfeinsten nicht zu trüben vermochte.

Um den Platz an der Sonne zu verteidigen, sollten WIR gemeinsam an die Leistung des 1. Spieltages anknüpfen. Bereits am Mittwoch wird dies vonnöten sein, um auch den Heimspielauftakt gegen die BSG Chemie Leipzig siegreich zu gestalten. In diesem Sinne hoffen wir auf ein zahlreich erscheinenden Publikum mit gut geölten Kehlen. Immer vorwärts Energie!

Während Energie seit Juni auf dem Trainingsplatz schindert, haben wir mal wieder über’s Stadiondach geschaut. Passend zum Saisonbeginn hat die eG-Wohnen 1902 am 01.07.2017 zum 6. Spendenlauf für den Cottbuser Tierpark geladen. Nachdem wir die letzten drei Jahre etwas sparsam mit der Teilnahme umgingen, konnten wir dieses Mal bei erträglichen Temperaturen mit 24 Läufern in unseren Reihen immerhin 141 Runden für die Flamingolagune beisteuern. Insgesamt traten an diesem Tag 1.105 Personen an und brachten es auf eine Spende von 6.926 Euro (5.525 Runden).

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