Ein Los, welches selten so passend war wie dieses, bescherte uns mal wieder eines dieser Spiele, welches nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Galten die Erinnerungen im Vorfeld dieser Partie natürlich der glorreichen Vergangenheit mit unserem sensationellen Ausflug ins Pokal-Finale vor 20 Jahren, sorgte dieser Abend für ein weiteres Kapitel denkwürdiger Partien der jüngeren Vereinsgeschichte.

Neben dem Blick zurück erkannte der Lausitzer auch den großen aktuellen Wert dieses Spiels und so war ziemlich schnell klar, dass unser Stadion der Freundschaft endlich mal wieder annährend voll werden würde. Diese Kulisse wollten wir unbedingt nutzen um das erste Mal in der Cottbuser Vergangenheit eine Choreo über 3 Tribünen aufzuziehen.

Dazu wurden auf den Sitztribünen rote und weiße Pappen verteilt. Diese bildeten Doppelpfeile, die in Richtung Nordtribüne zeigten und dort sollte dann auch das Hauptaugenmerk liegen. So wurde über die gesamte Länge der Nord eine Blockfahne mit dem Schriftzug „Fußballclub aus Cottbus“ sowie dem angedeuteten Vereinsemblem und Stadtwappen aufgezogen. Zusätzlich wurde diese von roten und weißen Tifo-Fähnchen umrahmt. Nach vollständiger Ausbreitung der Blockfahne auf der Nordtribüne stand dazu auf dem Abhang der Osttribüne: „Unser ganzes Leben lang“. Ein Motto, dessen Intention wir sicher nicht erläutern müssen. An dieser Stelle kommen wir leider nicht umhin, uns eine mangelhafte Durchführung einzugestehen. Denn während die Blockfahne auf der Nordtribüne am Zaun vom H- zum G-Block eine kleine Verschnaufpause einlegte, wurden leider auch schon sämtliche Pappen und Fähnchen herunter genommen, sodass hier das endgültig angestrebte Bild über die drei Tribünen nicht wirklich entstehen konnte. Auch wenn die Fotos zum Teil eine gelungene Aktion zeigen, so wollten und konnten wir mit der Ausführung nicht wirklich zufrieden sein.

Doch viel Zeit zum Ärgern blieb uns nicht. Denn kaum waren die letzten von uns wieder im Block, so lag man sich bereits in den Armen und bejubelte das 1:0. Und damit nicht genug, spielte Energie fortan weiter mit großem Kampf, hohem Druck und einer extremen Cleverness, sodass unsere Rot-Weißen sogar auf 2:0 erhöhen konnten. Doch kaum hatte die Halbzeitpause nur für einen kurzen Moment den Schwung heraus genommen, schon stand es 2:1. Aber Energie spielte weiter und dominierte zu großen Teilen das gesamte Spiel. Dass wir uns trotzdem nicht belohnten, sondern uns selbst ein dummes Eigentor reinhauten und dann beim Elfmeterschießen unglücklich wegrutschten, passt dann einfach zur jüngeren Vergangenheit von Energie.

Dem Stadion der Freundschaft war das jedoch an diesem Abend fast egal. So sang man fröhlich und feierte fast siegestrunken das gesamte Spiel hinweg – Gänsehautmomente inklusive! All das sollte uns nun zusätzlichen Schwung verleihen, davon kaufen können wir uns jedoch nichts. Vielleicht hilft es uns aber dabei, den einen oder anderen verlorenen Fan der letzten Jahre wieder auf unseren Weg mitzunehmen, um dann alle gemeinsam unseren großen Traum vom Profifußball wieder wahrzumachen. Keep on running!

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